Plattform oder selbstgehostet

Was macht für deine Online-Community wann Sinn?

Wenn du planst, dir einen eigenen Mitgliederbereich aufzubauen, stehst du recht schnell vor der Entscheidung, ob du eine fertige Plattform wie Communi und Skool wählst. Eine andere Möglichkeit ist, dass du dir auf WordPress selbst etwas baust, zum Beispiel mit einem Plugin wie FluentCommunity. 

Beides funktioniert, es gibt keine pauschale Antwort, welcher Weg besser ist. Es kommt ganz darauf an, wie viel Zeit (und Geld) man investieren kann, wie wichtig einem die Datenhoheit ist und wie die langfristigen Pläne für die Community sind. Erst, wenn man sich dessen bewusst ist, kann man eine gute informierte Entscheidung treffen, die nachhaltig trägt. Schauen wir uns die wichtigsten Vor- und Nachteile genauer an:

Wenn es um die reine Einrichtung geht, haben fertige Plattformen einen klaren Vorteil. Sie sind oft in wenigen Minuten startklar, während selbstgehostete Lösungen deutlich aufwändiger sind. Das Hosting der Website, die Einstellung der Plugins und des Designs, die Integration mit Zahlungsanbietern und Newsletter… das alles benötigt eine gewisse Vorarbeit und technische Affinität. 

Ähnlich sieht es bei der Pflege und technischen Verantwortung aus. Bei einer Plattform muss man sich quasi um nichts kümmern, der Anbieter kümmert sich um Updates und Sicherheit. Bei einer selbstgehosteten Lösung trägt man diese Verantwortung selbst, inklusive möglicher Plugin-Konflikte und Sicherheitslücken. 

Doch genau hier beginnen die Vorteile einer Plattform langsam zu verschwimmen. Denn wenn man keine Verantwortung über die Technik hat, bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass man diese nicht beeinflussen kann. Man ist abhängig von dem, was der Anbieter produziert, und wenn plötzlich Funktionen geändert werden oder gar ganz verschwinden, kann man nichts dagegen tun. Genauso, wenn sich die Preise ändern, der Serverstandort sich aus der EU in ein Drittland mit weniger Datenschutz verschiebt oder die Plattform vielleicht sogar komplett eingestellt wird. Das ist das Risiko, das der Komfort mit sich bringt.

Bei einer selbstgehosteten Plattform hat man hingegen die volle Kontrolle über die Daten und darüber, wo diese liegen. Das Risiko liegt hier eher in der Technik, insbesondere darin, dass die Plugins nach einem Update noch problemlos funktionieren. Dafür sind WordPress-Lösungen meist kostengünstiger oder gar kostenfrei.

Weitere Aspekte für die Entscheidung sind zum Beispiel die Sprache von Tool und Support, wie lange es bereits auf dem Markt ist, welche Funktionen es hat und ob es sich mit bereits  verwendeten Tools verbinden lässt. 

Darum ist es so wichtig, zu wissen, wo man steht und wo man mit seiner Community langfristig hin möchte. Wenn man nur nach der günstigsten Lösung geht und nach einigen Monaten oder gar Jahren feststellt, dass es doch nicht passt, ist ein Umzug nicht mehr so einfach möglich. Nicht unmöglich, aber sehr aufwendig. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Plattform oder selbstgehostete Website handelt. Eine einheitliche Lösung gibt es nicht. Es zählt also weniger, welches Tool “das beste” ist, sondern welches zu den eigenen Zielen, Ressourcen und langfristigen Wachstumsplanung passt.

Vor- und Nachteile im Überblick

KriteriumFertige PlattformSelbstgehostet (WordPress)
EinrichtungsgeschwindigkeitSchnell, oft in wenigen Minuten startklarDeutlich aufwendiger: Hosting, Plugin-Konfiguration, Design, Zahlungsanbindung
Technische VerantwortungLiegt beim AnbieterLiegt bei dir – Updates, Sicherheitslücken, Plugin-Konflikte
Datenhoheit und DatenschutzDaten liegen oft auf Servern im AuslandVolle Kontrolle über Serverstandort und Datenverarbeitung
Abhängigkeit vom AnbieterPreise und Funktionen können sich ändern, ohne dass man Einfluss hatWeniger Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, aber Abhängigkeit vom eingesetzten Plugin
Kostenverlauf bei WachstumSteigt bei vielen Anbietern mit Mitgliederzahl oder UmsatzBleibt bei den meisten WordPress-Lösungen unabhängig von der Mitgliederzahl gleich
Eingebaute ReichweiteManche Plattformen (z. B. Skool) bieten interne EntdeckungsmechanismenKeine eingebaute Reichweite, muss komplett selbst aufgebaut werden
Wirkung auf die eigene DomainInhalte liegen auf fremder DomainInhalte stärken die eigene Website und deren Sichtbarkeit in Suchmaschinen

Dieser Artikel ist zuerst im digital durchstarten.-Magazin in leicht veränderter Form erschienen.

Wenn du zukünftig vor allen anderen die neusten Artikel lesen möchtest, abonniere das Online-Magazin und erhalte es alle drei Monate für 0 Euro direkt in dein Postfach.

Weitere Artikel