Das erste eigene digitale Produkt

Warum die Validierung so wichtig ist und Freunde fragen nicht reicht

Du steckst mitten in der Planung deines Produktes, hast eine geniale Idee und deine Freunde und deine Familie sind ebenfalls vollkommen begeistert. Also legst du sofort los: Du entwickelst dein Angebot, kaufst Tools, produzierst Content und launchst schließlich. Stunden, Wochen und jede Menge Zeit hast du da reingesteckt.

Warum also interessiert sich niemand für dein Angebot?

Leider ist das ein typisches Szenario, das jeden treffen kann. Man ist selbst so von der eigenen Idee überzeugt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es anderen nicht genauso geht. Und weil auch die Menschen, die uns nahestehen, die Idee für super befunden haben, fühlt sich der Erfolg schon wie eine ausgemachte Sache an.

Genau hier liegt die Krux: Unsere Freunde und unsere Familie geben uns nur sehr selten das Feedback, das wir wirklich brauchen. Sie stehen auf unserer Seite, wollen, dass wir Erfolg haben, und geben sich Mühe, uns nicht vor den Kopf zu stoßen. Dadurch wird ehrliches Feedback abgeschwächt und die eigenen Zweifel schön geredet. An diesem Punkt hilft das aber leider nicht weiter.

Darum führt an einer direkten Rücksprache mit deiner Zielgruppe kein Weg vorbei. Selbst wenn du früher einmal selbst Teil dieser Zielgruppe warst, solltest du diesen Schritt nicht überspringen. Du bist inzwischen nicht mehr wirklich in ihrer Situation und wir neigen ohnehin zu Betriebsblindheit. Neben der klassischen Umfrage gibt es noch weitere effektive Möglichkeiten, wie du deine Idee validieren kannst.

Beta-Test durchführen

Anstatt gleich einen vollautomatisierten Kurs oder ein komplettes Coaching-Programm mit allem Drum und Dran aufzusetzen, kannst du eine Beta-Runde oder einen Pilotdurchgang starten. Dabei geht es nicht darum, ein fertiges Produkt zu präsentieren, sondern gezielt Feedback einzuholen.

So kann das aussehen:

Du bietest einer kleinen Gruppe – zum Beispiel 10 Personen – Zugang zu deinen Inhalten und deiner Betreuung an, vergünstigt oder im Austausch gegen ausführliches Feedback. Anstatt einer aufwendigen Kursplattform nutzt du einfache, möglichst kostenfreie Tools, die du vielleicht ohnehin schon einsetzt. Das kann ein geschützter Bereich auf deiner Website sein oder auch eine exklusive Gruppe auf Facebook oder WhatsApp, über die du deine Beta-Teilnehmenden begleitest.

Wichtig ist, dass du von Anfang an offen kommunizierst, dass es sich um eine Beta-Runde handelt. So erwarten deine Teilnehmenden kein fertiges Produkt und freuen sich sogar darüber, dich bei der Entwicklung unterstützen zu dürfen.

Auf diese Weise nimmst du dir selbst den Druck raus und merkst schnell, welche Inhalte wirklich funktionieren und wo noch Fragen offenbleiben. Außerdem hast du so von Anfang an Testimonials und Feedback, die dir später enorm weiterhelfen. Und einen ersten echten Einblick in deinen Alltag als Kursanbieterin oder Coach.

MVP oder „Minimum Viable Product“

Ein Kurs, ein Coaching-Programm oder gar eine eigene Community ist ein langfristiges Commitment, sowohl für dich als auch für deine Kund:innen. Manchmal ist die Hürde für ein umfangreiches Angebot zu Beginn zu hoch, oder du möchtest erst einmal schauen, ob dein Content überhaupt ankommt.

Genau dafür kann ein digitales Mini-Produkt dein perfektes Versuchskaninchen sein. Es handelt sich dabei um ein kleines, schnell erstellbares Produkt, das ein ganz spezifisches Problem deiner Zielgruppe löst. Und zwar genau das Problem, um das es später in deinem Kurs oder Coaching gehen soll.

Das kann zum Beispiel ein Workbook, ein Webinar oder ein Mikro-Kurs sein. Auch sofort nutzbare Vorlagen sind sehr beliebt. Wenn deine Zielgruppe bereit ist, für dein MVP Geld zu bezahlen, ist das ein starkes Indiz dafür, dass auch Interesse an deinem größeren Produkt besteht. Außerdem baust du dir so im Idealfall bereits eine Newsletterliste mit warmen Kontakten auf, die dich und deine Angebote schon kennen.

Warteliste aufbauen

Vielleicht fängst du gerade erst an und fühlst dich noch nicht bereit für eigene Produkte. Um trotzdem abtasten zu können, ob dein Thema auf Interesse stößt, ist eine Warteliste sehr wertvoll. Gleichzeitig baust du dir damit deinen Newsletter auf, den wichtigsten Marketing-Kanal.

Alles, was du dafür brauchst, ist eine Landingpage, auf der du dein geplantes Produkt vorstellst und sowohl die Vorteile als auch die Inhalte beschreibst. Interessierte tragen sich in deine Newsletter-Liste ein und werden anschließend regelmäßig über neue Entwicklungen informiert.

Melden sich nur zwei Personen an, obwohl du überall von der Warteliste erzählt und sie beworben hast, weißt du, dass du an deiner Idee und deiner Positionierung noch feilen musst. Melden sich viele an, gibt dir das die nötige Sicherheit und Motivation für die weitere Umsetzung.

Starte unperfekt

Du musst nicht von Anfang an das perfekte Programm fertig gebaut haben. Es ist völlig okay, erst einmal klein zu starten und später weiter auszubauen. Dein Angebot entwickelt sich stetig weiter, genauso wie du und dein Business selbst.

Wichtig ist, dass du dir bereits bei der Planung die Zeit nimmst, in den Dialog zu gehen und deine Idee zu testen. So bekommst du ein Gefühl für deine zukünftigen Kund:innen und schaffst die Basis, auf der du später aufbauen kannst.

Dieser Artikel ist zuerst im digital durchstarten.-Magazin in leicht veränderter Form erschienen.

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